Weihnachtsfeier

Spitzen Forschung: Dresdner Mediziner und Hirnforscher Prof. Kempermann zu Gast beim Ortsverband

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Beim Stammtisch des CDU-Ortsverbandes Blasewitz/Striesen am 17. Mai stand das Thema Wissenschaft im Mittelpunkt.

Sachsen und insbesondere Dresden haben eine lebendige und exzellente Hochschullandschaft. Hinzu kommen zahlreiche Frauenhofer-Institute,
Standorte der Helmholtz- oder Max-Planck-Gesellschaft. Das Forschungsspektrum reicht von der Mikroelektronik und Nanotechnologie bis hin zu den Neurowissenschaften und der Medizintechnik.

Referent des Abends war der renommierte Dresdner Mediziner und Hirnforscher Gerd Kempermann. Der Professor am Forschungszentrum für Regenerative Therapien ist gleichzeitig Sprecher des Dresdner Partnerinstituts des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen und forscht unter anderem zu Demenzerkrankungen.

Zu Beginn seines Vortrages skizzierte er noch einmal die Entwicklung Dresdens zu einem der führenden Wissenschaftsstandorte auf dem Gebiet der Medizinforschung. Dabei lobte er auch die außerordentliche Forschungsförderung in Deutschland. Die Gründung einzelner Institute und Forschungscluster wirke meist als Impuls und ziehe weitere Ansiedelungen nach sich. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen 2008 nach Dresden zu holen, könne man als einen solchen Erfolg feiern. Kempermann machte aber auch klar, dass das Image der Stadt entscheidend für die Gewinnung von Fachkräften und Spitzenforschern aus dem Ausland sei. Hier wünschte er sich mehr Mut der Dresdnerinnen und Dresdner, klar und selbstbewusst Stellung zu beziehen. Die enge Verflechtung von Kunst und Wissenschaft in der Landeshauptstadt betrachte er als großen Standortvorteil, der gepflegt und gelebt werden müsse.

Im zweiten Teil seines Vortrags widmete sich Kempermann dann seinem eigenen Forschungsfeld. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen erforscht Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Gehirnerkrankungen. Ziel ist dabei die Entwicklung neuer präventiver und therapeutischer Ansätze.

Angesichts der steigenden Lebenserwartung in den westlichen Gesellschaften verzeichne man natürlich eine steigende Zahl an Demenzerkrankungen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels stelle dies vor allem die Neuen Bundesländer im Bereich der Pflege und Betreuung vor enorme Herausforderung. Mit Blick auf die Ursachenforschung hielt Kempermann fest, dass etwa ein Drittel der Ursachen auf beeinflussbare Faktoren wie Zuckererkrankungen, Rauchen oder Übergewicht zurückgehen. Mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und geistiger Betätigung, könne man das Risiko einer Erkrankung minimieren. Mit dem Besuch der Veranstaltung habe man dafür also schon etwas getan, so Kempermann abschließend.

Ein spannender Abend und ein interessanter Perspektivwechsel!