Infostand September

Offener Stammtisch mit Andreas Hoppe, Leiter der Verkehrsplanung der DVB

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Unter dem Titel „Stadtbahn 2020: Eine neue Straßenbahnlinie für Blasewitz?“ hatte der CDU Ortsverband Blasewitz/Striesen am 21. März zum offenen Stammtisch in den SchillerGarten am „Blauen Wunder“ eingeladen. Mit Andreas Hoppe, Leiter der Verkehrsplanung der DVB AG, konnte dafür ein ausgewiesener Experte gewonnen werden.

Das Programm „Stadtbahn 2020“ der Dresdner Verkehrsbetriebe sieht die Einrichtung einer neuen Straßenbahnlinie zwischen Löbtau und Strehlen vor. Es gibt aber auch Überlegungen, die Trasse weiter bis zum Schillerplatz zu führen. Hoppe stellte in seinem Vortrag zunächst die städtische Verkehrsprognose für 2030 vor und ging anschließend auf konkrete Bedarfe im Ortsamtsgebiet ein.

Das Ausgangsszenario sei die wachsende Stadt, so der Verkehrsplaner. Im Jahre 2030 rechneten die Statistiker mit 600000 Einwohnern in der Landeshauptstadt. Das habe natürlich auch Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Prognosen gehen von jährlich 180 Millionen Fahrgästen aus – ein Zuwachs von 30 Prozent. Um hier künftig einen leistungs- und qualitätsgerechten ÖPNV gewährleisten zu können, müssten Reisezeiten verkürzt und das Streckennetz sowie die Platzkapazitäten ausgebaut werden.

Für das Ortsamtsgebiet Blasewitz gebe es insbesondere im Bereich Augsburger Straße/Tittmannstraße und am Schillerplatz Handlungsbedarf. Für diesen zentralen Knotenpunkt brauche es eine Gesamtverkehrsplanung, die alle Verkehrsströme berücksichtigt. Das Stadtplanungsamt habe eine Untersuchung bereits angeschoben. Seitens des Stadtrates bestehe zudem auch ein Prüfauftrag, die Buslinien 61 und 62 auf eine neue Straßenbahnlinie 14 umzustellen.

Natürlich seien sich alle Beteiligten darüber im Klaren, dass es sich hier um einen städtebaulich sensiblen Bereich handle. Neue Streckenplanungen, komplizierte und langwierige Verfahren, würden im Schnitt etwa 8-10 Jahren dauern. Neben Machbarkeitsstudien und städtebaulichen Aspekten müsse auch die Förderfähigkeit berücksichtigt werden. Trassenplanungen erhielten nur dann entsprechende Zuschüsse, wenn sie auch Fahrgastgewinn bringen. Dies sei mit Blick auf eine neue Linie 14 geben.

Derzeit favorisiere man die Streckenführung über die Bergmannstraße und Hüblerstraße. Hier seien früher bereits Straßenbahnen im Einsatz gewesen. Konkrete Vorplanungen würden aber nicht vor 2019 beginnen, so Hoppe.

Der Ortsverbandsvorsitzende Martin Modschiedler dazu: „Bei unseren Stammtischen wollen wir Informationen aus erster Hand liefern und eine Plattform zur Diskussion bieten. Das ist auch diesmal aufgegangen. Mit dem Thema Stadtbahn werden wir uns auch weiterhin befassen. Bei den Planungen müssen die Belange der Anwohner und der historische Gebietscharakter berücksichtigt werden.“