Alles hat seine Zeit

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Der alttestamentliche Prediger Salomo schreibt: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“ Für mich bekommt dieser Satz nun eine ganz praktische Bedeutung, denn ich habe mich entschlossen, aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dresdner Stadtrat auszuscheiden. Das nehme ich zum Anlass, nach 27 Jahren Engagement für unser demokratisches Gemeinwesen nicht selbstzufrieden, aber dankbar zurückzublicken.

Nach der letzten Volkskammer 1990 und dem Europäischen Parlament bis 1994 führte mich der Weg in die Kommunalpolitik. Seit 1999 erhielt ich das Mandat, als Ortschaftsrat für Weixdorf, zusätzlich ab 2001 auch als Erster Stellvertreter des Ortsvorstehers und seit 2004 dreimal als Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden, meinem Geburtsort, in vielen Bereichen Politik mitgestalten zu können. Ich bin dankbar für Kollegialität und Freundschaft, die ich in dieser Zeit in der Fraktion, seitens unserer Beigeordneten und darüber hinaus erfahren habe.

Mein Hauptthema war immer Ordnung und Sicherheit. Ich habe den Brandschutzbedarfsplan für Dresden mitgestaltet und mich für dessen Umsetzung engagiert. Davon haben im Interesse unserer Bürger nicht nur die Freiwilligen Feuerwehren mit teils neuen Gebäuden und neuer Technik in vielen Stadtteilen, sondern auch die Berufsfeuerwehr profitiert. Als sicherheitspolitischer Sprecher unserer Fraktion und Mitglied des Kriminalpräventiven Rates habe ich mich für die Stärkung des Gemeindlichen Vollzugsdienstes eingesetzt, mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit der Polizei Kriminalität an Brennpunkten wie dem Wiener Platz und der Neustadt besser bekämpfen zu können. Wichtig war mir auch immer der Kontakt zur Bundeswehr und der Offizierschule des Heeres mit seiner bundes- und weltweiten Bedeutung.

Aber auch hinter Neubauten und Sanierungen von Schulen, Sporthallen und Kitas habe ich mich als Mitglied im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Sicherheit und auch im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau geklemmt. Viel Zeit habe ich dafür aufgewendet, Häuslebauer und Investoren bei der Beseitigung bürokratischer Hemmnisse zu unterstützen und auch die Entwicklung von Wohnbauflächen in unserer wachsenden Stadt voranzutreiben. Als Vertreter der Stadt im Aufsichtsrat des Flughafens habe ich unter anderem den Neubau der Start- und Landebahn von Dresdens Tor zur Welt begleitet. Nach Jahren des Mitberatens und -beschließens im Bau- und im Kulturausschuss zum Bau unserer beiden großen Kultureinrichtungen war für mich die Eröffnung des Kraftwerkes Mitte ein besonderes Erlebnis. Ebenso freue ich mich auf die baldige Wiedereinweihung des Kulturpalastes. Auch die Pläne zur Bebauung des Neumarktes und zu vielen anderen Projekten sind über meinen Tisch gegangen. Die größten Ereignisse dieser dicht mit Terminen gefüllten Zeit bleiben für mich die Einweihung der Frauenkirche 2005 und die Eröffnung der Waldschlößchenbrücke 2013.

Erst bei einem solchen Rückblick wird deutlich, was die CDU trotz vielfältiger Widerstände und manchmal zähem Ringen so alles erreicht hat. Wenn auch manches davon nicht öffentlich wahrgenommen wurde, liegt es sicher auch daran, dass es der CDU-Fraktion im Unterschied zu vielen anderen nie darum ging, sich zu profilieren, sondern im Interesse unserer Stadt Verantwortung zu übernehmen und deren Entwicklung positiv zu gestalten. Dem habe auch ich mich verpflichtet gefühlt.

Nun ist es Zeit für mich, den Staffelstab weiterzureichen.