Dresdner Union beschließt breite innerparteiliche Diskussion zum Vorschlag einer Frauenquote in der CDU

Während der Vorschlag der eigenen Bundesspitze zur Einführung einer verbindlichen Quote für Frauen bundesweit heftig in der CDU diskutiert wird, entscheidet sich die Dresdner Union für die Initiierung eines breiten und strukturierten Diskussionsprozesses. Dazu der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Markus Reichel: „Natürlich handelt es sich um eine kontroverse Fragestellung, welche zu intensiven Debatten einlädt. Meiner Auffassung nach ist das Thema aber von derart zentraler Bedeutung für unsere Partei, dass wir hier keine vorschnellen Entscheidungen treffen sollten. Bis zum Bundesparteitag im Dezember ist ausreichend Zeit, um intensiv das Für und Wider zu diskutieren.“ Der Kreisverband wird sich am Ende zu dieser Frage positionieren und dieses Meinungsbild intensiv mit den eigenen Delegierten zum Bundesparteitag diskutieren.

„Das ist aber nur ein einzelner Schritt.“, so Dr. Reichel: „Vielleicht wichtiger als die Quotenfrage ist doch, was wir als Partei insgesamt tun können, um für Frauen wirklich attraktiver zu sein. Hier möchte ich es nicht bei bloßen Lippenbekenntnissen belassen. An diesen hat es auch in der Vergangenheit nicht gemangelt. Jetzt gilt es, in einen konkreten Veränderungsprozess eintreten. Als Vorsitzender kann ich dementsprechendes Engagement aus der Mitte unserer Partei nur begrüßen und nach Kräften unterstützen.“

Der wichtige Grundgedanke einer besseren Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungen lässt sich in jedem Fall nicht ausschließlich über eine Quote lösen. Vielmehr bedarf es einer Vielzahl von Anstrengungen zur Weiterentwicklung der Kultur, Organisation und Arbeitsweise der CDU Dresden. Daher hat der Kreisvorstand die Frauenförderung – im Sinne einer Gewinnung, Aktivierung, Förderung und Stärkung von Frauen – ausdrücklich als strategisches Ziel der Dresdner Union festgelegt. Damit wird die Frauenförderung ein strategischer Baustein der laufenden Weiterentwicklung der eigenen innerparteilichen Kultur und Organisation hin zu einer modernen und zeitgemäßen Volkspartei.

„Wir werden dabei neue Wege gehen.“, so die mit der Erstellung eines ersten Diskussionspapiers beauftragte Beisitzerin im Kreisvorstand Anja Bohländer: „Der Kreisvorstand hat dazu einen Diskussionsprozess initiiert, welcher gezielt Frauen innerhalb und außerhalb der Union anspricht. Ziel ist es, Frauenförderung innerhalb der Dresdner Union zu implementieren, Ziele zu formulieren und konkrete Maßnahmenvorschläge herauszuarbeiten. Wir werden dazu nicht nur auf wissenschaftliche Studien zurückgreifen, sondern auch Workshops und Befragungen mit Parteifreundinnen und Frauen außerhalb der Partei organisieren.“

„Als Frauen Union freuen wir uns darüber, dass das Thema Frauenförderung so prominent diskutiert wird. Ziel muss es natürlich sein, dass eine faire Repräsentation von Frauen in allen Ebenen und Ämtern der Partei eine Selbstverständlichkeit ist. Die Diskussion darf kein Selbstzweck sein. Den Weg, den die Dresdner Union jetzt geht, unterstützen und begleiten wir intensiv.“ so die Vorsitzende der Frauen Union des Dresdner CDU Kreisverbandes Viktoria Donie.

„Die bisherige Diskussion in der Dresdner Union hat gezeigt, dass sowohl den Kritikern als auch den Befürwortern der Quote das Thema der Frauenförderung wichtig ist. Wir möchten“, so das ebenfalls beauftragte Mitglied Anne Heimann, „daher unsere Strukturen auf den Prüfstand stellen und die richtigen Stellschrauben eruieren, um Frauen stärker einzubinden. Wir brauchen Strukturen, die für Frauen attraktiv sind, Arbeitsmethoden die Frauen stärken und eine Partei die in Frauen investiert. Als Volkspartei werden wir uns dem Thema dabei sachlich und ideologiefrei nähern.“

Laura Müller, beauftragtes Vorstandsmitglied der Jungen Union, fasst zusammen: „Wir brauchen nicht erst auf Bundesebene weibliche Vorbilder, Mentoring-Programme, Austausch und Vernetzung, sondern hier vor Ort. Es ist eben die Kreispartei, die Veränderungen vorlebt und den politischen Nachwuchs entwickelt. In der Jungen Union haben wir bereits mit der Einrichtung einer Beauftragung für Frauenförderung und Antidiskriminierung begonnen, die dem strukturellen Problem in unserer Partei mit vereinten Kräften entgegenwirken soll.  Die Dresdner Union beginnt nun, große Schritte nach vorn zu machen. Diese Dynamik wollen wir mit vorantreiben.“

„Ich bin fest davon überzeugt, dass von Maßnahmen zur Frauenförderung alle Parteifreundinnen – und freunde profitieren. Die gesellschaftlichen Rollen der Geschlechter ändern sich, und  so erwarte ich mir von der Diskussion letztlich ein größere Attraktivität unserer Partei – unabhängig vom Geschlecht. Am Ende ist Frauenförderung immer ein Thema der Gesamtpartei.“, schließt Dr. Reichel ab: „Das von meinen Parteifreundinnen erarbeitete Diskussionspapier wird daher eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit sein.“