Sonntagsöffnungszeiten
Bibliotheken müssen sich an den Bedürfnissen einer Gesellschaft orientieren, die flexibler und vielfältiger wird. Öffentliche Bibliotheken sind ohnehin sehr niedrigschwellige Orte. Die Nutzung ist gebührenfrei, Leseausweise sind nur für die Ausleihe notwendig.
Für mich schließt sich damit auch die Forderung nach fließenden Öffnungszeiten an. Bibliotheken sollten nicht nur wochentags bis Samstag, sondern auch Sonntag eine Grundversorgung für Nutzerinnen und Nutzer anbieten können. Im September letzten Jahres, noch in der letzten Legislaturperiode, haben wir als CDU/CSU-Fraktion einen Antrag eingereicht, in dem wir die Möglichkeit einer Einführung von Sonntagsöffnungszeiten in Bibliotheken fordern. Uns geht es nicht um die Abschaffung der Sonntagsruhe. Wir wollen, dass Bibliotheken in dieser Frage mit Museen und Theatern gleichgestellt sind. Bibliotheken sind ebenfalls Einrichtungen mit besonderer kultureller Bedeutung, die einen großen Beitrag zum lebenslangen Lernen leisten.
Viele Menschen sind unter der Woche durch Beruf, Schule oder Studium stark eingespannt. Sonntag ist oft der einzige Tag, an dem sie in Ruhe lesen oder sich fortbilden können. Für mich als Familienvater sind Sonntagsöffnungszeiten auch aus einem anderen Grund ein wichtiges Anliegen: Sonntag ist oft der einzige Tag, an dem die Familie gemeinsam unterwegs ist. Über einen Familienausflug ins Museum oder ins Theater muss an diesem Tag nicht nachgedacht werden. Ein gemeinsamer Bibliotheksbesuch ist derzeit undenkbar. Dabei sind zum Beispiel in Sachsen die Bibliotheken nachweislich die besucherstärksten Kultureinrichtungen. 2024 haben 5,5 Millionen Menschen Bibliotheken aufgesucht. Ich hoffe sehr, dass wir in dieser Legislaturperiode eine entscheidende Verbesserung der Öffnungszeiten für Bibliotheken erreichen können. Dann kann der Familienausflug am Sonntag nicht nur ins Museum oder Theater, sondern auch in die Bibliothek führen.